Donnerstag, 7. März 2013

Bookrix, die Zweite


Ich habe ja in einem früheren Post schon mal über Bookrix geschrieben und mein Urteil ist damals nicht besonders positiv ausgefallen, was die Qualität der dort publizierten Texte angeht. Prinzipiell habe ich an meiner Meinung auch nichts geändert – nicht jeder, der sich zum Schriftsteller berufen fühlt, hat auch das Talent, auch ein solcher zu sein –, obwohl ich inzwischen schon einige wenige Texte gefunden habe, die nicht schlecht sind, bzw. solche, wo man dem Text ansieht, dass der oder die Autorin das Potenzial hat, sich zu einem guten Schriftsteller zu entwickeln.

Darum geht es aber heute nicht. Bookrix hat nämlich inzwischen seit einiger Zeit ein interessantes Angebot im Programm: Man kann nun für relativ kleines Geld sein Ebook auf allen Großen Buchhandelsplattformen wie Amazon, Thalia und Libri unterbringen. Das macht die Buchplattform auch für Autoren interessant, deren Können über das hinausgeht, was bei Bookrix im allgemeinen geboten wird, da man mit wenig Aufwand eine große Anzahl von Distributoren erreichen kann. Das größte Manko von Bookrix ist aber meines Erachtens immer noch, dass es keinerlei Proofreading gibt, was mir als Redakteur/Lektor naturgemäß Bauchschmerzen bereitet. Das Problem dabei liegt darin, dass man als Autor oft eine verzerrte Wahrnehmung auf seine eigenen Texte hat und diese für gewöhnlich für besser hält, als sie tatsächlich sind (Ich selbst bin da keine Ausnahme – wer glaubt insgeheim nicht daran, dass die eigenen Texte die besten sind). Freunde oder Verwandte (Insbesondere Eltern oder Großeltern) als Proofreader sind in der Regel dabei auch keine Hilfe, da diese meist aus Höflichkeit verschweigen, wenn etwas Mist ist.

Eine Folge des mangelnden Lektorats auf der Plattform könnte wiederum sein, dass auf diese Weise über die Veröffentlichungsfunktion des Bookrixportals viele Bücher auf den Markt kommen, die dieser besser nie gesehen hätte und infolgedessen die Leser generell nicht mehr bereit sind, für Bücher von diesem Publisher Preise zu bezahlen, die dem Autor zumindest gestatten, ein halbwegs brauchbares Zubrot mit seiner Leidenschaft zu verdienen. Andererseits sind vielleicht die Leute, die es tatsächlich wagen, ein Buch auf den Markt zu schmeißen vorsichtig genug, es vorher gründlich überarbeitet zu haben.

Wir werden sehen.


Kommentare:

Jana hat gesagt…

Ich habe lange Zeit mit mir gerungen, ob ich ein Buch auf Bookrix veröffentlichen soll oder nicht. Allerdings habe ich mich dagegen entschieden, weil die Bücher dort zum größten Teil derart unprofessionell wirken, dass mir einfach nur schlecht wird. Auch mit dem Update der Seite hat sich Bookrix keinen Gefallen getan - es wirkt jetzt eher wie ein Facebook-Klon und hat mit einem Portal für und von Autoren leider gar nichts mehr gemeinsam.

Georg Sandhoff hat gesagt…

Hallo Jana,

Erstmal möchte ich dir für deinen Kommentar danken. Ich sehe das ganz ähnlich wie du. Bookrix ist eher ein Platz zum üben oder um etwas Werbung für sich zu machen, aber darüber tatsächlich ein Buch zu veröffentlichen kann m.E. schwer nach hinten losgehen. Man kann sich da schnell einen Ruf als unprofessionell wegholen. Mich persönlich stört am meisten, das sie überhaupt kein Lektorat anbieten. Selbst wenn sie sich keinen regulären Lektor leisten wollen, könnten sienauf Bookrix wenigstens ein paar Germanistikstudenten engagieren, um den Grundservice aufrecht zu erhalten. So hat man wenigstens die schlimmsten Fehler umschifft und ein paar Studis etwas Gutes getan.

Jana hat gesagt…

Ein kleines Lektorat wäre schon wirklich von Vorteil. Ich schreibe auch auf einem Autorenportal und bin dort ehrenamtlich im Lektorat tätig. Und, was soll ich sagen - es funktioniert auch auf dieser Schiene. Klar, es dauert manchmal ein wenig länger, da wir das ja quasi nebenbei und unentgeltlich machen, aber so mancher Autor hat sich gefreut, dass wir seine Fehler bemerkt haben.