Freitag, 7. August 2015

Warum du eine Lesung halten solltest, auch wenn du EBook-Autor bist

 
In den verschiedenen Autorenforen lese ich des Öfteren, dass sich die Autoren nicht sicher sind, ob es etwas bringt, Lesungen zu halten. Da gilt besonders für EBook-Autoren, die ja kein physisches Exemplar ihres Produktes vorweisen können. Dennoch bietet eine Lesung viele Vorteile, die man auch als EBook-Autor nicht vernachlässigen sollte


Einer der größten Vorteile einer Lesung ist, dass man sich den potenziellen Kunden persönlich bekannt macht und zudem in direkten Kontakt mit Kollegen und Veranstaltern kommt. Man kann neben der eigentlichen Lesung quasi als Side-Event Networking betreiben.


Daneben hat man die Möglichkeit, zu erleben, wie die Story sich im realen Leben macht, ob sie ankommt oder ob es Stellen gibt, die haken. Nicht zuletzt bietet so eine Lesung die Möglichkeit, für das eigene Buch Werbung zu machen und vielleicht sogar ein oder zwei Bücher zu verkaufen.


Was aber tun, wenn man nur ein EBook hat? Hier bietet es sich an, einen Dummy anzulegen, d.h. ein Einzelexemplar, dass die Besucher der Lesung in die Hand nehmen können. Wie das geht, habe ich in einem anderen Post beschrieben.


Für mich geht es heute auf die nächste Lesung in der Fünte in Mülheim-Heißen und ich freue mich darauf.


Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und viel Glück!

Freitag, 31. Juli 2015

Suchst du noch nach Inspiration, oder transpirierst du schon?


Seit ich in Selfpublisher-Kreisen unterwegs bin, höre ich des Öfteren, dass manche werten Kollegen und Kolleginnen zwar ein ganz tolles Konzept für einen Roman oder was auch immer haben, aber noch kein einziges geschriebenes Wort vorweisen können. Sie warten noch auf die Inspiration, heißt es dann. Oder, man könne nur schreiben, wenn die Inspiration fließt. Um es kurz und schmerzlos zu machen -- das ist Quatsch!

Als jemand, der im wirklichen Leben als Redakteur arbeitet, weiß ich, dass die effektive Produktion eines Textes gleich welchen Genres wenig mit Inspiration zu tun hat, sondern vielmehr damit, dass man seine Hausaufgaben macht (zum Beispiel gezielt Material sammelt) und sich auf seinen Hintern setzt. Das ist das ganze Geheimnis dahinter, wie man einen Text in einer definierten Zeit fertigschreibt, nicht mehr, nicht weniger.

Würde ich bei den Texten, die ich schreiben muss, erst darauf warten, dass mich die Inspiration überfällt, dann hätte ich a) bis heute nichts geschrieben und b) keinen Job mehr. Im Prinzip braucht man für jeden Text, ganz gleich ob das ein journalistischer (Gebrauchs-)Text ist oder das nächste "Finnegans Wake" nur wenige Dinge zu beachten:

Erstens muss man ein Ziel haben. Wofür ist der Text gut, was will ich erreichen? Das ist die Frage die man sich ganz am Anfang stellen sollte.

Zweitens muss man seine Hausaufgaben machen. Dazu gehört eine grobe Outline von dem, was ich schreiben will. Etwas, das ein Ziel und den Weg dort hin definiert. Eine simple Liste ist dafür völlig ausreichend. Weiß man, wohin man will, sollte man gezielt Material sammeln, das zum Thema des Textes passt. Das gilt sowohl für Berichte wie auch für fiktionale Texte. Wildes Herumsuchen ist dabei eher kontraproduktiv.

Drittens muss man sich auf seinen Hintern setzen und schreiben. Sofern man nicht durch äußere Umstände wie einen Umzug, eine Krankheit oder den Ausfall der Technik dazu verdammt ist, nicht schreiben zu können, gibt es keinen Grund, es nicht zu tun.

Es ist auch völliger Blödsinn, stundenlang darauf zu warten, dass die eine geniale Wortfolge aus deinem Gehirn purzelt oder stundenlang an einer Formulierung zu "feilen", sobald man sie zu Papier gebracht hat.

Solange du kein Genie bist, ist es sehr unwahrscheinlich, dass man auf diese Weise irgendetwas Sinnvolles oder gar Schönes produziert. Da kann man genausogut seine Zeit damit verbringen, Buchstaben aus einem Scrabble-Beutel zu ziehen oder mit einem Aluhut auf dem Kopf in einem Gewitter spazieren gehen, da ist die Wahrscheinlichkeit, eine "Erleuchtung" zu haben, größer. Erst einmal geht es darum, überhaupt etwas zu Papier zu bringen, daran feilen kann man später immer noch.

Im Rückblick hat sich der Termindruck, der sich ergibt, wenn man gezwungen ist, seine Artikel zu einem festen Termin abzugeben für mich als sehr hilfreich erwiesen. Man lernt, dass es wichtiger ist, erstmal überhaupt etwas vorweisen zu können. Wenn man dann noch Zeit hat, kann man das dann immer noch schön machen.

Das "Feilen" an der einzelnen Formulierung, obwohl man noch kaum etwas zu Papier gebracht hat, der heroische Kampf, den manche mit der Sprache auszufechten glauben, ist dagegen vor allem eines: unproduktiv.

Geht jemand auf diese Weise vor, gleicht er einem Bildhauer, der mit einer winzigen Feile bewaffnet eine Statue aus dem Felsen kitzeln will. Das ist zwar möglich, aber - wie schon gesagt - völlig ineffektiv. Ein geübter Bildhauer schlägt dagegen erst die grobe Form aus dem Stein und erst wenn diese steht, beginnt er mit immer feineren Werkzeugen, die endgültige Form der Figur herauszuarbeiten.

Und selbst wenn das Material ein anderes ist, ein geübter Autor macht es nicht anders.


Sonntag, 21. Juni 2015

Recherche -- eine Frage, eine Antwort



Gelegentlich -- wenn ich nicht gerade an jemanden aus der 'Du bist kacke und stinkst'-Fraktion geraten bin -- beantworte ich auf Facebook die Fragen von Autorenkolleg(innen), wenn ich meine, dass ich etwas Sinnvolles zum Thema beisteuern kann. Hier findet ihr eine solche Frage und meine Antwort dazu, weil ich denke, dass beide von allgemeinerem Interesse sein könnten. 


"Hallo zusammen 

Ich habe eine Frage: Und zwar schreibe ich momentan an meinem ersten Roman, es soll ein Krimi werden und dafür muss ich höchstwahrscheinlich Recherche betreiben... Jetzt würde ich gerne wissen, wie Profis das so machen. Kann ich einfach bei einer Dienststelle anrufen, mein Anliegen erläutern und die helfrn mir weiter? Oder wie machen das die alten Hasen? ^^
Liebe Grüße und danke im Voraus für alle Antworten."



Meine Antwort darauf war folgende:


Ich würde zunächst auf Google gucken, was es zu diesem Thema zu finden gibt. Wenn du die Suche auf Pdfs einschränkst, bekommst du meistens Artikel aus dem akademischen Bereich (d.h., die Qualität ist in der Regel besser).




Ausserdem kannst du schauen, ob es in deiner Nähe Universitäten gibt, die Kriminologie oder Forensik als Fächer anbieten. Diese haben dann eine entsprechende Bibliothek,  aus der du weitere Informationen ziehen kannst. Vielleicht findest du auch einen Dozenten, der dir weiterhelfen kann.




Eine weitere Möglichkeit wäre, bei einer Polizeischule oder dem Polizeipräsidium, oder aber beim örtlichen Gericht anzurufen. Informiere dich vorher, wer ein geeigneter Ansprechpartner wäre, damit du nicht mit der Tür ins Haus fällst.




Auf diese Weise hast du einen guten Einstieg in dein Thema und bekommst einen besseren Überblick als viele deiner schreibenden Kollegen und Kolleginnen. 




Gutes Gelingen!