Sonntag, 14. April 2013

SCHÖNER SCHREIBEN – Lesbarkeitsanalysen und ein Anti-Bullshit-Tool

Wie oft ist man sich nicht sicher, ob das, was man geschrieben hat, auch sprachlich auf der Höhe ist, die es haben sollte. Die Freunde sind auch keine Hilfe und es soll schnell gehen. Was kann man also tun? Inzwischen gibt es verschiedene Webtools, die einen Text anhand statistischer Methoden auf seine Lesbarkeit und Phrasenhaltigkeit untersuchen können und dabei zu recht brauchbaren Ergebnissen kommen. Zwei davon möchte ich hier kurz vorstellen.

Das Textanalysetool der Wortliga zeigt recht ausführlich, wo in einem Text Verständlichkeitsprobleme liegen

Das Textanalysetool der Wortliga untersucht einen Text auf der Basis des HamburgerVerständlichkeitsmodells und zeigt die verschiedenen Problemstellen desselben auf. Es ist zwar eigentlich auf kurze (journalistische) Texte ausgelegt, was sich darin bemerkbar macht, dass es den Text möglichst zu Vereinfachen sucht. Die Ergebnisse der Analyse listet die Software in einer Seitenleiste übersichtlich auf. Zu den Fehlern, die das Programm anmerkt, gehören zu lange Sätze, die Verwendung zu vieler Füllwörter oder auch der übermäßige Gebrauch nominaler Ausdrücke (z. B. Die Seichtheit des Textes verdankt seine Existenz der Unübertreffbaren Dunkelheit seines Ausdrucks). Außerdem merkt es an, wenn z.B. der Text zu banal ist.

Das BlaBlaMeter sagt dem Verfasser deutlich, was es von seinem Text hält.

Das zweite Tool, das für einen Autoren interessant sein kann, ist das BlaBlaMeter. Dieses Tool untersucht eine Textprobe von bis zu 18.000 Zeichen (das entspricht der Länge einer Proseminarsarbeit) auf Spuren von Schwafeldeutsch. Dabei bewertet die Website den Text mit einem Index von 0-1. Je höher der Index steigt, desto mehr Bullshit enthält der Text. Je mehr Phrasen oder Superlative der Text enthält, umso weiter steigt der Index des BlaBlaMeters an. Das mag zunächst einmal unspektakulär erscheinen, tatsächlich unterscheidet das Programm aber sehr zuverlässig Schwafeltext von ernstgemeinten Schriftstücken.

Ich habe verschiedene Texte von Pressemitteilungen bis zu Romantexten durch das Programm laufen lassen und bin in den meisten Fällen zum gleichen Ergebnis gekommen wie die Software. Ein schöner Nebeneffekt ist dabei, dass das Programm nicht nur den Indexwert ausspuckt, sondern seinen Analyse auch im Klartext kommentiert.

Wie weit man den zuvor vorgestellten Programmen Glauben schenken möchte, bleibt natürlich jedem selbst überlassen, aber ich denke, dass man mit beiden einen guten ersten Überblick über die Qualität des eigenen Textes erhalten kann. Und, ­ das sollte man nicht vergessen, ­ sie haben keine Skrupel, dem Verfasser des Textes die Wahrheit ins Gesicht zu sagen.

Kommentare:

Bernd Badura hat gesagt…

Das sinf wirklich hilfreiche Tools, kann sie nur weiterempfehlen.
Danke für den Tipp, Georg!

Jaelle Katz hat gesagt…

Ganz ohne Tool, völlig entspannt und einfach ist es, wenn ich meinen gerade verfassten Text noch einmal lese: Laut. Ihn mir laut vorlese. Das ist ein kleines bisschen gewöhnungsbedürftig. Es verlangsamt mein Lesen. Und wenn ich beim Vorlesen ins Stocken oder Stolpern komme, dann habe ich automatisch die Stelle erwischt, die ich noch einmal überarbeiten sollte.